Star Trek - Starfleet Academy
Serie

Star Trek - Starfleet Academy

S01E08 · The Life of the Stars

Alle Episoden
Geschaut am
01.03.2026
Erfasst
01.03.2026 19:02

Nach der letzten, schwachen Füller-Episode arbeitet unser Cast hier nun die Vorfälle aus Episode 6 auf.

Viel Drama. Viel Zeit. Schwarz/Weiß… Farbe.

Tilly ist wieder da. Tarima ist wieder da.

Die Kadetten müssen das Geschehene aus Episode 6 verarbeiten – und dafür kommt Tilly an Bord. Wobei ich mich frage, wieso Tilly jetzt eine Psychotherapeutin ist – wir haben sie als Wissenschaftlerin kennengelernt?! Und wieso kennt sie Nahla Ake anscheinend, obwohl Tilly doch erst zwei Jahre lang in dieser Zeit Zuhause ist, während Ake 15 Jahre lang weg war? Klar, Ake ist Kanzlerin der Academy, aber wir haben bisher nicht mal erklärt bekommen, wie es sich mit anderen Jahrgängen oder Dozenten verhält – oder wann Ake genau all ihre Untergebenen kennengelernt hat; so dass die sehr freundschaftliche Beziehung ein bisschen plötzlich ist – insbesonder, wenn Tilly doch die ganze Zeit weg war?

Das ganze hangelt sich an einem Theaterstück entlang. Das wirkt in der ersten Hälfte ein bisschen … seltsam. Und hat mir ehrlich gesagt ein bisschen Geduld abringen lassen.

Auf der anderen Seite haben wir dann SAM, die noch immer mit "photonischen Probleme" kämpft und "nach Hause" zurück muss, um repariert zu werden. Ihre Erschaffer geben sie auf, bevor (relativ 'out of the blue' die rettende Idee von Nahla Ake kommt): sie muss einfach Resilienz aufzubauen. Klingt ein bisschen billig. Vor allem, weil in der parallelen Handlung die Kadetten beweisen, dass es ihnen an eben dieser Resilienz auch ein bisschen mangelt, obwohl Nahla behauptet, wir bauten diese in der Kindheit auf.

Dabei jedenfalls stellt sich dann raus, dass nicht nur SAM und die Kadetten ein Trauma aufarbeiten müssen, sondern auch der Doktor. Endlich erfahren wir auch mal, was mit dem Doktor los ist – wieso er sich SAM gegenüber wie ein Arschloch verhält. Dummerweise gefiel dem Autorenstab aber nicht die naheliegende Lösung (dass der Doktor in 800 Jahren einfach viele nette Menschen verloren hat), nein – auch beim Doktor muss man eine Waisenkind / Kinderverlust-Geschichte bauen. Die Sternenflotte besteht nur auf Leuten, die Kinder oder Eltern verloren haben. WAS IST DENN UM HIMMELSWILLEN LOS MIT EUCH? … ich konnte mich nichtmal mehr erinnern, dass es da eine Voyager-Episode gab (VOY S03E22) – denn offenkundig hat es den Doktor weder in Voyager (vier Serienjahre lang) gejuckt, noch hatte er "Kontaktprobleme" mit Kindern in PRODIGY … da wirkt es doch ziemlich seltsam, dass er dann 800 Jahre später damit um die Ecke kommt. Ich mag ja, wenn etwas "deep cuts" hat – aber hier ist wirkt es schon eher ein bisschen wie ein Redcon.

Es ist dann einfach nur "praktisch", dass man das Trauma des Doktors und die Probleme von SAM mit ein und der gleichen Maßnahme heilen kann. Das verbindet beide und macht vielleicht den Doktor wieder ein bisschen leidlicher. Die Montage indes ist an Rührseligkeit kaum zu überbieten. Und ein bisschen schade ist's durchaus, dass das ganze "neue" Leben von SAM nur auf dem Campus stattfindet, statt dass man sich noch einmal eine kleine Farm sucht – schließlich stammt das Off-Vorgetrategen dazu aus "Unsere kleine Stadt" und vielleicht ist das Stück einfach in Deutschland (und mir) zu unbekannt, als dass ich die Meta-Ebene dazu richtig deuten oder lobpreisen kann. Ich weiß, dass es in den USA anders ist.

Ein bisschen schwierig ist die Zeitebene – offenbar vergehen in der Episode "mindestens zwei Wochen" – in denen Ake in der Umlaufbahn von SAMs Heimatplanet sich die Zeit in einem kleinen Shuttle vertreibt?

Insgesamt ist der Schluß der Episode schön. Die Anbahnung schwierig, vielleicht auch, weil die ganze Episode schwer bis deprimierend ist und auf Momente von Humor vollkommen verzichtet. Aber ich verstehe auch, dass diese Schwierigkeit eventuell primär daraus entsteht, dass ich "Unsere kleine Stadt", auf die sich die Episode so sehr stützt, einfach nicht kenne. Vielleicht waren die Autoren hier ein bisschen zu verkopft, während die letzte Episode ein bisschen zu wenig war …

Insgesamt retten die letzten 8 Minuten die Episode von 2 Sternen auf 3, weil ich die Anstrengung der Autoren gutheißen kann und es einige schöne Momente darin gab und die "auf den Tisch gebrachte Erkenntnisse" am Ende im Dialog zwischen Tarima und Tilly schön war.